„Chaos macht kreativ“ – so heißt es zumindest oft im Volksmund. Ob allerdings eine komplett verrumpelte Nähecke beim Arbeiten hilfreich ist, mag ich bezweifeln. Deswegen habe auch ich vor kurzem meine Nähsachen aufgeräumt und möchte mit euch nun meine Tipps und Tricks rund um die Organisation im Nähzimmer teilen.

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Hier noch ein kleiner Hinweis, bevor es losgeht: Fühlt euch keineswegs gezwungen, nach diesen Schritten vorgehen zu müssen. Mein Post soll vor allem meine Erfahrungen wiederspiegeln – eure können ganz anders sein, und das ist auch gut so 🙂

 1. Die Lage beurteilen

Tatsächlich finde ich es zu Beginn oft unnützlich, sich sofort mit Inspiration und Zielen zu beschäftigen – viel mehr hilft es, erst einmal die eigene Lage zu beurteilen und dann festzustellen, was genau man sich eigentlich wünscht oder welche Änderung überhaupt machbar sind.

Dabei können folgende Fragestellungen an sich selbst sehr hilfreich sein:

  • Wie viel Platz habe ich? Habe ich ein Nähzimmer, eine Ecke oder muss ich immer wieder alle Nähsachen verstauen?
  • Kann oder will ich meinen Platz erweitern? Möchte ich mir bald eine neue Nähmaschine oder Overlock zulegen? Oder bin ich eher gezwungen, noch mehr Platz einzusparen und flexibler zu werden?
  • Habe ich bereits ein Ordnungssystem? Wenn ja, warum funktioniert es nicht? Wenn nein, welches System könnte zu mir passen?
  • Will ich meine Sachen nur neu ordnen oder will ich alles umgestalten? Wie viel Zeit und Aufwand müsste ich in etwa dafür einplanen?

Solche oder ähnliche Fragen können sehr hilfreich sein, um seine eigene Lage zu verstehen und die Änderungen, die man durchführen will oder möchte noch zweckmäßiger zu gestalten.

Ich persönlich muss in meiner Studentenwohnung mit einer flexiblen Lösung arbeiten und meine Nähsachen nach jedem Projekt wieder aufräumen. Deswegen war es für mich auch wichtig, den geringen Platz optimal zu nutzen und meine Sachen trotzdem schnell erreichbar zu verstauen.

2. Inspiration suchen

Kommen wir zum wohl schönsten Teil: Inspiration suchen. Doch Vorsicht – wie perfekt die Bilder, die man ihm Netz so findet, auch seien möchten – man sollte immer seine eigene Lage im Hinterkopf behalten und sich auf realistische Lösungen konzentrieren.

Meine liebsten Quellen hierbei sind:

  • Pinterest und Instagram (ähm, was sonst?)
  • Nähgeschäfte (die müssen schließlich auch ihr Zeug irgendwie aufräumen und präsentieren zugleich)
  • andere NäherInnen (die man zum Beispiel in Facebookgruppen findet oder privat einfach kennt)

Meine Quellen sind der Realitätsbezogenheit aufsteigend geordnet – aus dem einfachen Grund, dass man die Bilder aus Instagram und Pinterest nicht auf die bare Münze nehmen kann. Viel sinnvoller sind bei der Suche nach geeigneten Lösungen andere NäherInnen, die unbeschönigt und ungestellt zeigen, was wirklich Sache ist (vor allem unter angesichts der Tatsache, dass die meisten von uns nicht hauptberuflich nähen und meistens kein Nähzimmer wie Blogger brauchen, auch wenn es sehr hübsch anzusehen ist).

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Quelle: Pinterest

3. Ausmisten

Ich will ganz ehrlich mit euch sein – auch mir fällt es schwer, sich von Stoffreste zu trennen (vor allem, wenn der Stoff wunderschön war). Selbst wenn manche Reststücke noch verwertbar sind, sollte man sich realistisch bleiben und manche Stücke loslassen um Platz zu gewinnen. Am besten legt man für sich selbst eine Mindestgröße für Stoffreste zu und alles was darunter liegt, kann weggeschmissen werden oder für Kissenfüllungen oder ähnliches seperat gesammelt werden.

Zusammenfassend würde ich also empfehlen, folgendes auszumisten:

  • unbrauchbare Stoffreste
  • Sachen, die nie genutzt werden
  • Kaputte Sachen

4. Kategorisieren

Bevor wir nun zum richtigen Einordnen kommen könnten, kann es sehr hilfreich sein, seine Sachen zu kategorisieren. Das hilft später vor allem, wenn man sich nach der Suche nach einem bestimmten Gegenstand macht und genau weiß, zu welcher Kategorie gehört und wo diese aufgeräumt wurde. Wenn man von einer Kategorie sehr viele Sachen besitzt, kann es außerdem sinnvoll sein, Unterkategorien zu bilden.

Kategorien, nach denen ich sortiert habe und die ich empfehlen kann, sind:

  • Schnittmuster (evtl. mit Unterkategorien Hosen, Oberteile, Kleider, …)
  • Stoffe (zum Beispiel: Bekleidungsstoffe, Dekostoffe, …)
  • Stoffzubehör (Vliseline, Volumenflies, …)
  • Hefte
  • Bücher
  • Nähzubehör (Kategorien: oft genutzt, weniger genutzt)
  • Nähhelfer (wie Schere, Kreide, Maßband – Sachen, die man immer beim Nähen nutzt)
  • Nähmaschinenzubehör (Öl, Pinsel, Schraubenschlüssel, Nadel, …)
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meine Bekleidungsstoffe

5. Vorhandenes nutzen

Wie schon zu Beginn erwähnt, muss man nicht immer alles neu kaufen. Meistens reicht es bereits, vorhandene System einfach besser zu nutzen. Außerdem gibt es im Netz viele DIY- und Upcycling-Ideen, die ohne große Mühe umgesetzt werden können.

Meine Favoriten sind:

  • Nadelkissen
  • Garnrollenhalter
  • Schuhkartons zur Organisation
  • Döschen und Boxen aus Blech oder Pappe

6. Ein System aufbauen und verstauen

Juhu, wir sind fast fertig! Endlich können die Nähsachen verstaut werden – noch ein kleiner Schritt sollte davor berücksichtigt werden. Ist das vorhandene Ordnungssystem noch brauchbar? Oder gibt es noch überhaupt kein System? Verschiedene Kategorien können ganz unterschiedlich sortiert werden, vor allem abhängig von der Menge der Sachen. Wenn man nur einen Kleidungsstoff besitzt, macht es schließlich wenig Sinn, sich ein kompliziertes System zu überlegen.

Beispiele für Ordnungssystem sind:

  • Bekleidungsstoffe nach Qualität, Jahreszeit, Farbe oder ähnliches sortieren
  • Schnittmuster nach Quelle, Kategorie, Jahreszeit, Geschlecht, … 
  • Stoffe hängend, auf Pappe oder einfach zusammen gefaltet
  • Schnittmuster auf Bügel, in Mappen oder Ordnern
  • Garne in Kartons, auf Garnrollenhalter, …
  • Vertikales Ordnungssystem für Scheren, Garn, usw.

Wenn man sich sein System überlegt hat, können sich natürlich Defizite im Stauraum zeigen (auch wenn man wie in Punkt 5. vorhandenes nutzt!). Was ich besonders beim Verstauen schätze, sind offene oder transparente Lösungen, um das vorhandene Material besser sehen zu können und nicht in die Gefahr zu laufen, Sachen doppelt und dreifach zu kaufen.

Nützliche Utensilien beim verstauen können beispielsweise folgende sein:

  • transparente Container (gibt’s bei Ikea zum Beispiel)
  • Register 
  • Kleiderstangen und Bügel
  • Ordner
  • das gute, alte Nähkästchen
  • Möbel (Regale, Tische mit Stauraum, …)

Jetzt sollte das Nähzimmer natürlich perfekt aufgeräumt sein, hoffe ich. Wenn ich etwas wichtiges vergessen oder nicht beachtet habe, würde ich mich sehr über weitere Vorschläge und Ideen freuen. Ansonsten würd ich es sehr schätzen, wenn ihr Bilder von euren Lösungen mit mir teilt, per Email oder einem Link 🙂

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