Nicht alles kann man selber machen – nun gut, theoretisch wahrscheinlich schon, aber praktisch nicht. Zum einen kann man Sachen nicht so einfach machen, dessen Materialien und Herstellungsmethoden nicht so einfach für uns verfügbar sind, wie zum Beispiel bei Schuhen und vielen Ledertaschen. Zum anderen sind es Sachen, die außerhalb der persönlichen Fähigkeiten liegen. Das kann für den einen Nähen sein, für den anderen Häkeln, Stricken oder Filzen sein. Außerdem kann man manches nicht einfach selber machen, weil die Zeit einfach fehlt. Denn Selbermachen kostet sehr viel Zeit, oft mehr als man auf den ersten Blick glauben würde.

Und was nun?

Die gute Nachricht: es gibt viele Alternativen. Neben inzwischen zahlreichen Marken die „Fair Fashion“ anbieten, ist eine der nachhaltigsten Möglichkeiten überhaupt, Kleidung und Accessories aus zweiter Hand zu kaufen (gleich nach der nachhaltigesten aller Methoden – einfach gar nichts kaufen). Doch auch bei Secondhand gibt es einige Unterschiede, die ich euch heute ein wenig näher erläutern möchte.

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Kaschmirpullover – Secondhand

Die Vorteile von Second Hand auf einen Blick

Der natürlich größte Vorteil ist natürlich, dass Secondhand wahnsinnig nachhaltig ist. Praktisch gesehen werden keine neuen Ressourcen verbraucht (außer für den Versand oder ähnliches). Außerdem kann man verhindern, dass kaum getragene Kleidung als Müll endet und ihr ein zweites Zuhause schenken. Außerdem kann man mit Secondhand auf jeden Fall Geld sparen – auch wenn man hochwertige Kleidung kauft. Beim Secondhand shoppen kann man nämlich nicht so einfach wie in einem gewöhlichen Laden seine Größe auswählen, sondern muss in vielen Einzelteilen sein Traumkleidungsstück suchen. Dadurch wird aber auch die Qualität der persönliche Garderobe verbessert, da in jedes Stück Zeit und Liebe investiert wird.

Möglichkeiten außerhalb des Internets

Ich muss euch wahrscheinlich nicht erzählen was Secondhand-Shops sind. Aber nicht alle Shops sind gleich – tatsächlich ist auch bei Secondhand-Shops für jeden Geldbeutel etwas dabei. Sehr günstig sind häufig die Shops, die Kleiderspenden annehmen und für einen wohltätigen Zweck verkaufen. Ein Beispiel hierfür sind die Charity-Shops „clara“ der Caritas.

Aber es gibt auch Geschäfte, in denen Leute ihre oft kaum getragene, hochwertige Sachen an den Shop verkaufen und dieser diese weiterverkauft. Dort sind die Preis meist vergleichbar hoch, oft sogar höher als in einem Geschäft, das Fast Fashion neu verkauft. Allerdings kann man dort häufig wahre Schätze finden. Meiner Erfahrung nach lohnen sich solche Geschäfte immer. Vor allem weil ich in Vintage-Shops mit kleiner aber feiner Auswahl noch nie dem klischeehaften Müffelgeruch begegnet bin.

Ebenfalls keinen Müffelgeruch gibt es draußen auf dem Flohmarkt – allerdings muss man hier auch häufig etwas länger suchen, bis man fündig wird. Das Prinzip sollte den meisten bekannt sein – Privatleute verkaufen ihre gebrauchte Kleidung zu meist sehr erschwinglichen Preisen.

Mein liebstes Secondhand Hemd

Online gebrauchte Kleidung finden

Wer in den eingenen vier Wänden nach gebrauchter Kleidung shoppen möchte, kann ebenso wie offline auch online von Privatpersonen oder gewerblichen Verkäufern gebrauchte Kleidung erwerben. Der Klassiker der Internetplattformen ist natürlich ebay. Hier hab ich auch schon tolle Erfahrungen gemacht und komplett neue Schuhe, die vermutlich ein Fehlkauf für jemanden anderen waren, für einen Bruchteil des Orginalpreises gekauft. Andere bekannte Plattformen sind Kleiderkreisel, shpock oder depop. Von gebrauchten Fast Fashion Kleidung bis zum Designer-Schnäppchen ist hier alles dabei. Entscheidener Nachteil ist natürlich, bei vielen Anbietern kaum Schutz vor Betrug zu haben und auch keine Garantie und kaum Rückgaberechte, falls dir das Teil doch nicht gefällt oder passt.

Für alle, die bereit sind etwas mehr Geld zu investieren und sich dabei sicher zu sein, orginale Designer-Sachen zu kaufen, kann sich auf Seiten wie Rebelle oder Vestaire Collective verlassen. Tatsächlich versuche ich auch schon seit ein paar Wochen einen Ersatz für meine geliebte kleine schwarze Tasche zu finden, die leider (wohl irreparabel) kaputt gegangen ist.

Secondhand Schuhe, komplett neu gefunden auf Ebay

Die Nachteile

Leider hat Secondhand-Mode wie jede tolle Sache auch Nachteile. Vor allem das Klischee (das leider auch häufig wahr ist) ist das die Shops müfflig und ein bisschen dreckig sind. Und man weiß manchmal nicht wirklich, ob der Geruch nach dem Waschen eines Kleidungsstücks verschwinden wird. Definitiv grenzwertig – wer will schon müffige Klamotten tragen? Für mich ist ein weiteres Problem, dass ich mit dem Kauf eines gebrauchten Stücks immer an den Verkäufer denke und versuche, mich in dessen Lage zu versetzen. Was ich damit meine ist, dass ich versuche keine Kleidung von einem Kleiderkreisel-, Ebay- oder Depopverkäufer zu kaufen, der ausschließlich Fast-Fashion Brands verkauft und mit dem Verkauf wieder das Geld in diese Unternehmen investiert. Ich hoffe ihr versteht was ich meine – ich möchte mit meinem Kauf im Grunde einfach keinen der vielen kaufsüchtigen Fashion-Blogger unterstützen, die mit dem verdienten Geld schon das nächste Trendteil (welches ohnehin nach ein paar Mal tragen nicht mehr cool genug ist) kaufen wird. Auf das versuche ich schon ein wenig zu achten.

Nun denn, ich hoffe das war nicht allzu viel Negativität in meinem letzen Absatz. Bitte teilt mir doch eure Meinung zu dem Thema mit – ich würde mich sehr freuen.

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