„Was ist deine Lieblingsfarbe?“ – die wohl langweiligste und zugleich spannenste Frage zugleich. Denn richtige eingesetzt, können dir deine Lieblingsfarben den Alltag enorm erleichtern. Heute möchte ich nämlich zeigen, wieso mein Kleiderschrank ein Farbschema hat, wie ich es beim Nähen nutze und wieso ein Farbschema alles andere als langweilig und trist ist – das alles in 3 einfachen Schritten.

Beim Gedanken an ein Farbschema denken vielen von euch zunächst an Monochromie und Einfarbigkeit, richtig? Das muss es aber gar nicht bedeuten. Ein Farbschema zu haben bedeutet für mich, die Farben in seinem Kleiderschrank auf etwa 8-12 Farbtöne zu beschränken, die allesamt gut harmonieren und zum eigenen Typ passen.

1. Schritt – Die aktuelle Lage beurteilen

Als ersten Schritt würde ich dazu einen Blick in den bereits vorhandenen Kleiderschrank werfen und die aktuelle Lage zu beurteilen. Du haltest dich schon aktuell an einige wenige Farbtöne und hast das Gefühl damit gut klar zu kommen? Toll! Wenn du aber zig verschiedene Farben in deinem Kleiderschrank hast und dir jeden Morgen die Frage „Was soll ich heute nur anziehen?“ stellst, dann wird Zeit, dein aktuelles Vorgehen zu überdenken und ein Farbschema zu konzipieren. Stelle dir dazu zunächst folgende Fragen:

  • Wieso habe ich so viele verschiedene Farben im Kleiderschrank?
  • Stehen mir alle diese Farben? Fühle ich mich in diesen Farben wohl?
  • Kann ich in meinen meistgetragenen Teilen eine Regelmäßigkeit erkennen?

Wenn du diese Fragen beantwortet hast, kannst du mit dem nächsten Schritt weitermachen.

2. Schritt – Ein Farbschema generieren

Im nächsten Schritt kannst du dir überlegen, welche Farben dir persönlich am besten stehen und welche du am liebsten trägst. Dabei kann es auch hilfreich sein, einen Typberatungstest zu machen. Außerdem kann es helfen, eigene Fotos mit verschiedenen Outfits alleine oder mit einer Freundin oder dem Partner zusammen anzusehen und zu beurteilen, welche Farbentöne einem persönlich am besten stehen. Aber wie verlockend es auch sein mag – es hilft nicht, andere Personen als Inspiration für das eigene Farbschema zu nehmen (sofern diese nicht zufällig dem eigenen Farbtypen entspricht). Für den letzten Schritt kann es nun eine Erleichterung sein, ein Farbschema mit einem Onlinetool (z.B. canva) oder Photoshop zu erstellen.

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Gefunden auf pinterest.de

3. Schritt – Das Farbschema anwenden

Nun kommen wir auch schon zum letzten und vermutlich ’schwierigsten‘ Teil. Schwierig deswegen, weil es verdammt schwer sein kann, sich von Kleidungsstücken zu trennen, vor allem wenn sie hübsch anzusehen sind. Allerdings werden diese Teile so oft einfach nicht getragen und das hat doch wirklich kein Kleidungsstück verdient, oder? Also würde ich empfehlen, diese Teile verkaufen, spenden oder bei Naturfasern vielleicht auch mal versuchen sie zu spenden. Jedenfalls sollte am Schluss eine einheitliche und vor allem simplifizierte Garderobe entstehen, bei der man sich jeden Morgen aufs Neue freut, ein Outfit zu finden.

Farbschema (1)

Doch welche Vorteile genau hat ein Farbschema?

Ein einheitlicher Kleiderschrank kann viele Vorteile bieten, nicht nur bei der morgendlichen Outfitwahl, die selbstverständlich durch ein Farbschema enorm erleichtert werden kann. Weitere Vorteile sind:

  • Jedes neue Teil, das nach dem Farbschema ausgewählt wird, passt perfekt in die vorhandene Garderobe. Wenn man beim Einkaufen oder Selbermachen an das Farbschema hält, wirkt man der Gefahr von Fehlkäufen oder Teilen, die schwer kombinierbar sind, entgegen.
  • Trendfarben des Jahres? Darauf kann in Zukunft getrost verzichtet werden. An einer von Modeerscheinungen unabhängige Garderobe hat man länger Freue, sie bedeutet weniger Stress. Selbst wenn Neogrün und Violett der letzte Schrei sind – tu dir selbst einen Gefallen und investiere dein Geld lieber in Teile, die dir wirklich zusagen und die du Jahr für Jahr aufs Neue tragen kannst.
  • Weniger Farbtrennung bei der Wäsche. Wer weniger Farbgruppen besitzt, muss diese auch beim Waschen nicht trennen. Das ist besser für die Umwelt und schont den Geldbeutel, da die Kapazität der Waschmaschine besser ausgenutzt werden kann.
  • Individualität: Niemand sagt, dass du bei deinem Farbschema kein fröhliche, bunten Farben wählen darfst. Denn bei dem Gedanken an Minimalismus und Co. haben viele eine neutrale Garderobe, ohne jegliche Muster oder Farbtupfen vor Augen. Dass muss es aber nicht sein – du kannst dein Farbschema so zurecht legen, dass es perfekt zu deiner Persönlichkeit passt und deinen Charakter reflektiert. Du liebst sonnige, warme Farben? Wunderbar – lege dir dein Farbschema mit Rot-, Orange- und Gelbtönen zurecht und kombiniere sie nach Lust und Laune.

Farbschema beim Nähen?

Du fragst dich bestimmt – Maria, was genau hat jetzt ein Farbschema mit dem Nähen zu tun? Ziemlich viel sogar, um ehrlich zu sein. Denn aus den meisten meiner Stoffe entstehen Kleidungsstücke – und für die gelten dann ebenso die oben angeführten Vorteile. Aber auch beim Nähen selbst kann man einige Vorteile für sich nutzen:

  • weniger Farben, weniger Material: Wer nicht mit zig verschiedenen Farben näht, muss auch weniger verschiedfarbiges Garn, Bündchen, Reißverschlüsse etc. kaufen und kann vorhandes besser nutzen.
  • Einfachere Stoffwahl: Ich kenne es selbst nur zu gut – beim Stoffe shoppen gefallen mir plötzlich die schrillsten Farben und Muster. Um Fehlkäufe zu vermeiden, muss ich aber immer realistisch bleiben und mir sagen, dass ich ein Teil aus diesem Stoff vermutlich niemals tragen werde, wie hübsch er auch sein mag. Dabei hilft es mir immer wieder, mich an meinen Lieblingsfarben zu orientieren.

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Das alles zum Thema Farbschema. Ich versuche eine einheitliche Linie schon seit einiger Zeit in meiner Garderobe und den Stücken, die ich nähe zu wiederspiegeln. Meine persönliche Zusammenstellung orientiert sich an den Farben, die bevorzugt trage und die mir meiner Meinung nach am besten stehen: das sind zum einen eine neutrale Basis mit Schwarz, Weiß, Grau und Beige. Meine Akzentfarben sind helles Rosa und Blautöne, vorallem aber Navy und Himmelblau. Diese Farben gehören auch – so schräg es auch klingen mag – zum „Branding“ meines Blogs, da ich versuche, sie immer wieder aufzugreifen.

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Lasst mich bitte wissen – habt ihr etwas Neues zum Thema Farbschema gelernt? Habt ihr euch schon jemals mit dem Thema auseinandergesetzt oder werdet ihr euch in Zukunft mehr Gedanken darüber machen?

 

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