Wer kennt es nicht? Man hat einen Stoff ohne konkreten Plan gekauft oder einen Stoffrest übrig und möchte nun endlich damit nähen. Das perfekte Schnittmuster hast du bereits ausgewählt, der Stoff ist vorgewaschen – dann der Schock: Es ist nicht mehr genug Material da. Also zumindest laut Anleitung. Denn mit diesen drei Tipps möchte ich dir zeigen, wie du vielleicht doch dein Projekt umsetzen kannst. 

Bevor wir starten…

Nur um vorab das nötigste zu klären. Ich nähe in den meisten Fällen eine Größe 36 oder 38, was vielleicht einen Vorteil für mich bedeuten kann, da die Schnittteile selbstverständlich kleiner als eine andere Größe sind. Nichtsdestotrotz glaube ich, dass bei diesen Tipps für jeden etwas dabei sein kann, um den einen oder anderen Zentimeter beim Zuschnitt zu sparen. 

Ein allgemeiner Tipp von mir, der noch nichts mit dem Stoffsparen zu tun hat, ist es die Schnittteile bereits mit Nahtzugabe vorzubereiten. Das kann zwar im ersten Moment etwas mehr Aufwand bedeuten, allerdings zahlt sich die Mühe aus, wenn man die Schnittteile aneinander puzzelt und sich keine Sorgen mehr machen muss, die Nahtzugabe dazwischen frei zu halten. 

So, und bevor wir wirklich starten: Wenn du noch wenig Erfahrung mit dem Zuschneiden von Schnittmustern hast, sorge am besten dafür, immer genug Stoff für dein Projekt zu haben. Manche dieser Tipps würde ich erst wirklich empfehlen, wenn du etwas geübter bist.


1. Schnittteile vorab kürzen

Dieser Tipp hat sich für mich vor allem bei Hosen oder Rockteilen bewährt. Allerdings bedarf es hier ein klein wenig an Erfahrung, da man bereits einige Hosen oder Röcke genäht haben muss, um sagen zu können, dass man das fertige Stück ohnehin jedes Mal um mindestens fünf Zentimeter kürzt

Bei mir ist das bei Hosen bis jetzt immer der Fall gewesen. Ich weiß, dass ich eine 7/8 Länge bevorzuge. Deshalb kann ich die meisten Hosenschnittmuster, insbesondere wenn der Platz knapp ist, vorab kürzen. 

Hier könnt ihr euch noch etwas mehr in das Thema einlesen und eine Schritt für Schritt Anleitung zum kürzen (oder auch verlängern) eines Schnittmusterteiles.


2. Den Zuschneideplan missachten

Ich weiß, dass hört sich jetzt etwas falsch an – aber ich habe oft die Erfahrung gemacht, dass die Zuschnittteile „manuell“ manchmal besser plaziert werden können als im Zuschneideplan vorgeschlagen. 

Das liegt wahrscheinlich vor allem daran, dass der Zuschneideplan für mehrere Größen gleichzeitig gelten soll und Besonderheiten wie bereits gekürzte Zuschnittteile nicht einbeziehen kann.

Außerdem legt kein Plan die Teile wirklich nah aneinander und nutzt Zwischenräume ideal aus, wie ich finde. Da ich bereits in der Papierschnittteilen die Nahtzugabe mit dabei habe, kann ich die Teile eng zusammen legen und somit den Platz bestens nutzen und einiges an Stoff einsparen. 

Was ihr allerdings bei allem Eifer nicht vergessen dürft, ist den Fadenlauf zu beachten. Den müsst ihr trotz aller Optimierung wirklich einhalten, um die richtigen Ergebnisse zu erhalten. Noch mehr einlesen in das Thema könnt ihr euch hier.


3. Zuschnittteile „outsourcen“

Dieser Tipp hört sich zunächst verrückter an, als er tatsächlich ist. Denn mit Zuschnittteile „outsourcen“ meine ich einfach, bestimmte Stücke auf einem anderen Stoff (z.B einen neutralen Futterstoff) zu übertragen. Das klappt vor allem bei innenliegenden Teilen wie Taschen oder Belegen ganz gut.

Auch hübsch kann eine Kombination aus mehreren Stoffen wirken, beispielsweise durch Kontrastärmel.

Ich wende diesen Tipp bei Hosentaschen eigentlich immer an, nachdem ich die Erfahrung gemacht habe, dass bei Taschen aus dem Orginalstoff das Ganze etwas auftragend wirken kann. 

Wie ihr ganz einfach ein Schnittmuster anpassen könnt (bei sichtbaren Tascheneingriffen) zeige ich euch in meinem Video, dass nochmals die hier aufgezeigten Tipps mit einem praktischen Beispiel erläutert.


Zu guter Letzt….

Ich teile hier mit euch lediglich meine Handkniffe, die ich bei zu wenig übrigen Material habe – für Fehler, die durch die Anwendung entstehen, kann ich also leider keine Garantie übernehmen. Aber wenn ihr Fragen habt (auch zu einem konkreten Projekt von euch) schreibt mir eine Mail oder eine Nachricht auf Instagram.

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